Die meisten werden es mitbekommen haben, der Gastkommentar von Ansgar Heveling (CDU) im Handelsblatt hat mächtige Wellen geschlagen.
Darin bedient er sich martialischer Rethorik und glänzt vor allem durch Ignoranz und keinerlei Fachwissen.
Ein paar Auszüge:
Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren! (Überschrift)
Und das Web 2.0 wird bald Geschichte sein. Es stellt sich nur die Frage, wie viel digitales Blut bis dahin vergossen wird.
Wenn wir nicht wollen, dass sich nach dem Abzug der digitalen Horden und des Schlachtennebels nur noch die ruinenhaften Stümpfe unserer Gesellschaft in die Sonne recken und wir auf die verbrannte Erde unserer Kultur schauen müssen, dann heißt es, jetzt wachsam zu sein.
Auch das Wort “Endkampf” findet sich im Text, “Endsieg” zu schreiben hat er sich wohl nicht getraut…
Der gesamte geistige Dünnpfiff dieses Herren ist hier zu lesen:
Gastkommentar im Handelsblatt
Das Schlimme ist, dieser armselige Hinterbänkler ist Mitglied der “Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft” des deutschen Bundestages.
Aber noch lustiger als dieser Schwachsinn sind die Reaktionen darauf. Nicht nur Mitglieder aus anderen Parteien und andere Mitglieder der Enquete-Kommission,
Ich würde ihm dringend raten, sich einmal mit den technologischen Entwicklungen seit 1960 zu beschäftigen.
Sebastian Nerz, Bundesvorsitzender der Piratenpartei
Jetzt ist er vollkommen durchgeknallt!
Alvar Freude (Sachverständiger der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft) in der Stuttgarter Zeitung
sondern auch seinen Parteikollegen fehlt jedes Verständnis für das Geschwubbel, das er abgeliefert hat:
Wer glaubt, bei der Beantwortung der Frage, wie wir die digitale Spaltung in der Gesellschaft überwinden statt vergrößern können, von Schlacht und Verderben sprechen zu müssen, der sollte sich eventuell überlegen, ob er als Politiker den richtigen Beruf gewählt hat.
Dorothee Bär (CSU) im Handelsblatt
Dass Herr Heveling es selbst eventuell nicht so genau mit den Urheberrechten nimmt, für die er sich so einsetzt, ist z.B. hier nachzulesen: ODEM.blog Urheberrechtsrolle als Urheberrechtsverletzer
Update: Die Newsletter, auf die sich dieser Vorwurf gründet wurden inzwischen von Hevelings Seite entfernt.
Und natürlich hat sich bei Twitter auch schon breiter Widerstand unter allen formiert, die dort ihre “zweite Pubertät durchleben” (Heveling)
Aber vielleicht hat Mario Sixtus recht, wenn er bei Twitter schreibt:
Was, wenn #Heveling gar nicht so blöd ist, sondern mit “Ihr habt verloren” meint: “Mit #ACTA schaffen wir das freie Internet sowieso ab”?
Unbedingt lesenswert:
Fahrradfahrer, ihr werdet den Kampf gegen das Hochrad verlieren!
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